Forst

Kommunalwald der Stadt Werra-Suhl-Tal



1. Lage des Forstbetriebes



Der Kommunalwald der Stadt Werra-Suhl-Tal liegt im Gebiet des Berka - Gerstunger Beckens und grenzt im Süden an die Ausläufer der Vorderrhön, im Südwesten an den Seulingswald, im Osten an die Ausläufer des Thüringer Waldes und im Norden an das Richelsdorfer Gebirge.

Kommunalwald der Stadt Werra-Suhl-Tal


Der jetzige Kommunalwald entstand aus dem ehemaligen Stadtwald Berka (714,79 ha) sowie den Gemeindewäldern Dankmarshausen (160,68 ha), Dippach (51,42 ha) und Großensee (87,25 ha). Die vertikale Gliederung reicht von 200 m (Werra) bis auf 439 m über NN (Hornungskuppe bei Dankmarshausen).



Wie der Karte zu entnehmen ist, setzt sich die gesamte Waldfläche von 1014,14 ha aus Waldgrundstücken in mehreren Gemarkungen zusammen. Die Erschließungssituation in den größeren Waldkomplexen ist als überwiegend gut einzuschätzen. Teilweise erschweren ungünstige Geländeverhältnisse die Bewirtschaftung der Waldbestände. Deshalb ist die tatsächlich Wirtschaftsfläche, die sogenannte Holzbodenfläche, kleiner und beträgt 956,94 ha.

 

 Kommunalwald der Stadt Werra-Suhl-Tal

 Blaue Flächen innerhalb der gepunkteten Linie (Forstrevier Berka/Werra) = Stadt Wald Werra-Suhl-Tal



2. Standortsverhältnisse


Der Stadtwald kann 3 verschiedenen Wuchsbezirken zugeordnet werden, dem „Werra-Bergland", dem „Seulingswald" und dem „Westthüringer Buntsandstein". Die Bestände des Stadtwaldes Berka/Werra stocken zu fast 100 % auf Standorten mit mittlerer Nährkraftversorgung. 95% der Bestände liegen in der Klimastufe „Hügelland mit feuchtem Klima"

 


3. Hauptbaumarten und Nutzung



Der Kommunalwald wird von Nadelholz dominiert, die vorkommenden Hauptbaumarten sind Kiefer mit 51 % und Fichte mit 22 %. Das Laubholz ist mit ca. ¼ am Gesamtwald vertreten, die Buche nimmt dabei einen Anteil von 11 % ein. An der Landesgrenze zu Hessen ist ein großer Anteil von Birkenbeständen aufzufinden.



Die reellen Baumartenanteile stellen sich wie folgt dar:

reelle Baumartenanteile

Hauptbaumarten und Nutzung


Der durchschnittliche Holzvorrat liegt bei 294 Vorratsfestmetern und bewegt sich damit etwas unter dem Durchschnitt Thüringens. Langfristig sollte dieser gesteigert werden. Dabei wird gleichzeitig eine günstigere Vorratsverteilung angestrebt. Das bedeutet, in den jüngeren Durchforstungsbeständen durch geeignete Pflegemaßnahmen den Vorrat anzureichern, während dieser in den Altholzkomplexen (vornehmlich bei der geharzten Kiefer) sukzessive abgesenkt werden muss.

 

Aufgrund der Einzelplanung für jeden Bestand ist für die Flächen des Kommunalwaldes ein Hiebsatz von insgesamt 5,9 Erntefestmetern (Efm) pro Jahr und Hektar ermittelt worden. Diese Holzmenge setzt sich aus vermarktungsfähigen Sortimenten und dem sogenannten „nicht verwertbaren Derbholz" zusammen. Der laufende jährliche Zuwachs liegt mit 6,6 Efm / ha und Jahr höher. Da jährlich mehr zuwächst als genutzt wird, kommt es in der Zukunft zu einem Vorratsaufbau.

 


Altersklassenverteilung der Waldbestände



Die Grafik zeigt, dass die Altersstruktur flächenmäßig ausgeglichen ist. Ein deutlicher Überhang an Altvorräten in der VII. bis VIII. Altersklasse ( 140 - 160 Jahre). Hierbei handelt es sich um alte Kiefern und Buchenbestände.

Altersklassenverteilung der Waldbestände



Bisherige Nutzungen in den Kommunalwäldern:



Nachhaltig können gemäß Forsteinrichtung im neuen Kommunalwald jährlich ca. 5.600 Festmeter (Fm) Holz geschlagen werden. Diese nachhaltige Nutzung konnte in den Jahren 2014 bis 2017 in allen Kommunalwäldern eingehalten werden. Die Stürme Friederike und Irenäus haben 2018 zu einem Schadholzaufkommen von ca. 10.600 Fm geführt. Das sind 5.000 Fm über dem normalen jährlichen Einschlag. Um die forstliche Nachhaltigkeit im Stadtwald auch weiterhin sicherzustellen, muss deshalb in den kommenden 5 Jahren der Forsteinrichtungsperiode der Einschlag um jährlich ca. 1.000 Fm reduziert werden. Die Nutzung liegt dann bei ca. 4600 Fm.

 

 Bisherige Nutzung in den Kommunalwäldern



Bedingt durch die Stürme im Jahr 2018 kam es vor allem im ehemaligen Stadtwald Berka und im ehemaligen Gemeindewald Dankmarshausen zu starken Schäden.


Die Trockenheit im Sommer 2018 führte zu einem erheblichen Borkenkäferproblem. In den Folgejahren sind hier erhebliche Anstrengungen nötig, um Flächen wieder aufzuforsten. Es sollte die Chance genutzt werden, klimaresistenter Baumarten wie Douglasie und Eiche auf den Schadflächen anzubauen.

 

 

Sturmholz 2018

Sturmholz 2018

 

 Aufarbeitung von Käferholz

Aufarbeitung von Käferholz


4. Waldfunktionen 



Neben der Nutzfunktion erfüllt der Wald der Stadt Berka unter anderem folgende Funktionen mit erheblichen Flächenanteilen:



• Trinkwasserschutzgebiet
• FFH-Gebiet
• Klimaschutzwald
• Bodenschutzwald



5. Zielstellung der Bewirtschaftung



Die Bewirtschaftungsziele werden grundsätzlich vom Eigentümer der Waldflächen bestimmt. Er entscheidet, welche Waldfunktionen bei den betreffenden Waldbeständen im Vordergrund stehen. Im Rahmen der Beförsterung durch das staatliche Forstamt Marksuhl und der Erstellung der Forsteinrichtung entsprechend des ThürWaldG werden hierzu Vorschläge gemacht. Bei der vorliegenden Forsteinrichtung (Planung der forstlichen Bewirtschaftung für die nächsten 10 Jahre) mit Stichtag 01.01.2014 haben die Stadt und Gemeinderäte mitgewirkt und das Planungsdokument als Grundlage für die laufende Bewirtschaftung bestätigt.



Die wichtigsten Bewirtschaftungsziele sind:


1. Dauerwaldartige Bewirtschaftung, dabei maximale Ausnutzung natürlicher Prozesse
2. Umwandlung unstandortsgemäßer Fichten-und Kiefernbestände in Mischbestände (Waldumbau)
3. Streckung des Verjüngungszeitraumes, dadurch Überführung in strukturierte Bestände
4. Bewirtschaftung des gesamten Kommunalwaldes mit positivem Betriebsergebnis
5. Berücksichtigung der Naturschutzbelange

 

 


Jörg Ahbe
Revierleiter